Und obwohl gerade nur Jonas angelt, fiebern irgendwie alle mit.
Genau dieser Moment ist mir vom Fischen auf der Menta Alm besonders in Erinnerung geblieben.

Schon der Weg gehört dazu


Am Dienstag um 14 Uhr treffen wir uns gemeinsam mit den Kinderbetreuern der Alpenresidenz Ballunspitze am Sammelplatz neben dem Hotel.
Von dort geht es zu Fuß Richtung Menta Alm. Der Spaziergang dauert ungefähr 30 Minuten und ist auch mit Kinderwagen gut machbar.
Schon unterwegs gibt es für die Kinder viel zu entdecken. Der Weg führt durch die schöne Berglandschaft rund um Galtür, vorbei am Fluss und an Wiesen mit Kühen. Natürlich wird schon auf dem Weg darüber gesprochen, wer später wohl den ersten Fisch fängt.
An der Menta Alm warten bereits Maxi und Leo, der Juniorchef der Ballunspitze.
Angel, Köder und alles Weitere haben die beiden schon vorbereitet.

Noch nie geangelt? Kein Problem.

Jonas hatte vorher noch nie eine Angel in der Hand. Das war aber überhaupt kein Problem.
Maxi und Leo erklären zuerst ganz in Ruhe, wie das Fischen funktioniert. Anschließend dürfen immer zwei Kinder gemeinsam mit ihnen an den Fischteich.
Im Teich schwimmen hauptsächlich Forellen und Saiblinge und meistens dauert es gar nicht lange, bis sich etwas an der Angel tut.
Fast noch schöner fand ich aber das, was währenddessen am Rand passiert.
Die anderen Kinder beobachten das Wasser ganz genau. Sobald irgendwo ein Fisch auftaucht, wird gerufen:
„Da vorne!“ „Der kommt zu dir!“ „Jetzt!“
Es wird gemeinsam gesucht, angefeuert und mitgefiebert.
Gerade diese Gemeinschaft hätte ich vorher gar nicht erwartet. 
Einige Kinder kannten sich erst seit ein paar Tagen und trotzdem freuten sich plötzlich alle gemeinsam über jeden Fang.

Und plötzlich beißt einer an

Als sich die Schnur bei Jonas bewegt, steigt die Spannung sofort.
Leo hilft ihm genau so viel wie nötig und wenige Augenblicke später ist der Fisch tatsächlich draußen.
Jonas hält zum ersten Mal selbst einen gefangenen Fisch in den Händen.
Sein Gesicht in diesem Moment werde ich wahrscheinlich noch lange im Kopf behalten.
Natürlich gehört danach auch das typische Anglerfoto dazu: Fisch in der Hand, breites Grinsen und eine ganze Gruppe stolzer Zuschauer daneben.

Zum Fischen gehört auch Verantwortung

Was mir ebenfalls gefallen hat: Den Kindern wird nicht nur der spannende Teil gezeigt.
Maxi und Leo erklären ihnen auch, was nach dem Fang passiert und warum ein
respektvoller Umgang mit dem Tier dazugehört. Sie zeigen altersgerecht, warum der Fisch
schnell und fachgerecht versorgt wird.
Die gefangenen Fische kommen anschließend in die Küche der Alpenresidenz Ballunspitze.
Wer möchte, kann seinen eigenen Fang am Abend sogar frisch von den Köchen zubereitet
essen.
Jonas musste dafür nur den Kinderbetreuern Bescheid geben.
Dass der Fisch, den er am Nachmittag selbst gefangen hatte, später beim Abendessen auf
dem Teller lag, war für ihn natürlich noch einmal etwas ganz Besonderes.

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