Weihnachtstraditionen in Österreich, Italien, Kroatien und anderen Ländern

In wenigen Wochen ist es soweit und das schönste Fest des Jahres wird gefeiert. Während in Österreich das Christkind die Geschenke bringt, warten die Kinder in Italien auf „La Befana“ und in Kroatien wird einfach geschenkt. Sie verbringen Weihnachten in einem der Kinderhotels Europa? Lesen sie im Folgenden über die Weihnachtstraditionen im jeweiligen Urlaubsland.

Weihnachten in Österreich

Das Österreichische Weihnachten unterscheidet sich im Grunde nicht sehr von den Weihnachtsfesten im deutschsprachigen Raum. Einzelne Rituale und Bräuche in Österreich sind unterschiedlich und unterscheiden sich wiederum regional. Die heute noch gelebten Weihnachtsbräuche entstanden vor Hunderten von Jahren und wurden bereits auf szenischen Darstellungen aus dem Frankreich des 11. Jh. festgehalten. Das traditionelle Weihnachtsfest entstand als eine kulturelle Ausformung der Bürgerfamilien des 19. Jh.

Österreichische Weihnachtsbräuche

  • Grundsätzlich werden die vier Wochen vor Weihnachten als Adventzeit gefeiert, diese galten ursprünglich als Fastenzeit. In dieser Zeit finden Weihnachstmärkte statt und werden handgemachte Adventkränze aufgestellt, die an jedem Adventsonntag um ein brennendes Kerzlein erweitert werden. Viele österreichische Familien versammeln sich auch heute noch am Adventsonntag um den Kranz und singen Weihnachtslieder.
  • Am 6. Dezember, dem Tag des Hl. Nikolaus, besucht der Nikolaus in Begleitung von den Krampussen die Kinder des Dorfes. Als „Krampus“ werden Höllengestalten bezeichnet, die mit Fellen bekleidet sind und auf dem Kopf furchteinflößende, von Hand geschnitzte, Holzmasken tragen. Bei manchen Familien kommt der Nikolaus ins Haus, andere besuchen die öffentlichen Krampus-Rummel im Zentrum des Dorfes oder der Stadt.
  • Die Tradition des Krippenspiels lebt auch heute noch fort. Handgemachte Krippen stellen die Weihnachtsgeschichte dar. Am Weihnachtsabend versammeln sich die Familien um die Krippe und gedenken der Geburt Christi.
  • Am Nachmittag des Heiligen Abends wird der Christbaum festlich geschmückt, oft in Abwesenheit der kleinen Kinder, die am Abend mit dem Baum und Geschenken überrascht werden.
  • In vielen gläubigen Familien wird am Heiligen Abend nach einem Fastenmahl gemeinsam gebetet und gesungen, bis das Glöcklein am Christbaum die Ankunft des Christkindes mit den Geschenken signalisiert und es Zeit für die Bescherung ist.
  • Im Anschluss an die Bescherung findet die Heilige Christmette statt.

Schmausen & Schenken

Das traditionelle Weihnachtsessen variiert von Familie zu Familie. Am Heiligen Abend fällt dies meist einfach und vegetarisch aus. Erst am 1. Weihnachtsfeiertag, dem 25. Dezember wird ein festliches Mahl für die gesamte Familie zubereitet. Meist mit Fleischspezialitäten, wie der Weihnachtsgans oder dem Weihnachtskarpfen und aufwendigem Dessert, samt Weihnachtsgebäck, das in der Adventzeit aufwendig selbst gebacken wurde.

Die Bescherung findet am Abend des 24. Dezember statt. Die Kleinkinder, die an das Christkind glauben, schreiben schon in der Adventzeit fleißig ihre Wunschlisten an das Christkind und geben diese danach ins Fenster. Wenn das Zettelchen am nächsten Tag weg ist, werden ihre Wünsche erfüllt. Die Bescherung in Österreich dient vor allem zur Freude der Kinder.

Weihnachten in Italien

Traditionelle Weihnachtskrippe (c) wikipedia

Natale – das italienische Weihnachtsfest ist ebenfalls mit festen Traditionen und Bräuchen aus dem Christentum und wird im Grunde ganze vier Mal gefeiert:

Die Festlichkeiten beginnen schon zwischen dem 6. Dezember, dem Tag des San Nicola, und dem Hochfest der Unbefleckten Empfängnis am 8. Dezember. Das ist der Starttermin für die festliche Dekoration, Weihnachtsbaum und Krippe werden aufgestellt.

In Sizilien gilt auch der Tag der Hl. Lucia am 13. Dezember als Feiertag – Es ist der Tag, an dem die Armen beschenkt werden.

Das eigentliche Weihnachtsfest findet am 25. Dezember statt und die Geschenkeübergabe findet in vielen italienischen Regionen erst am 6. Januar statt, wenn „La Befana“ Ihren Hausbesuch macht. Der 25. & 26. Dezember gelten auch in Italien als gesetzliche Feiertage.

Italienisches Weihnachtsbrauchtum

Die italienischen Bräuche der Weihnachtszeit sind noch heute eng mit der römischen Vergangenheit verbunden.

  • Die Weihnachtskrippe, genannt „presepe“, wird etwa zwei Wochen vor dem Weihnachtsabend in der Wohnung aufgestellt. Weihnachtsbäume kommen eher selten vor.
  • Am 23. Dezember wird traditionell gefastet. Als Schäfer verkleidete Kinder von Haus zu Haus und singen Weihnachtslieder gegen Süßigkeiten und Geld.
  • Am 24. Dezember werden in Rom Kanonenschüsse vom Castel St. Angelo abgegeben, diese beenden die 24-stündige Fastenzeit und läuten den Beginn der Weihnachtsfestlichkeiten ein.
  • Nach dem Festessen am Heiligen Abend, findet die Mitternachtsmesse vom Papst im Petersdom statt, diese wird im TV übertragen und von vielen Italienern besucht oder angeschaut.
  • Am Morgen des 25. Dezember bringt das „Gesu bambino“, das italienische Christkind, die Geschenke vor die Schlafzimmertür der Kinder oder unter den Christbaum.
  • Am 25. Dezember findet zu Mittag ein großes Festessen mit der gesamten Familie statt.

Schmausen und Schenken

Am Heiligabend wird vegetarisch gegessen und im Anschluss die Christmette besucht. Auf dem Festtisch finden sich meist Meeresfrüchte und Süßigkeiten, wie der beliebte Panettone. Am 25. Dezember wird gemeinsam mit der ganzen Familie gespeist. Vor allem Fleisch, Käse und Süßigkeiten füllen dabei die Teller.

Je nach Region werden die Geschenke entweder am Weihnachtsabend vom Christkind, oder erst am Dreikönigstag von der „Befana“ gebracht. La Befana ist eine Hexe aus dem italienischen Volksglauben, die laut Legende in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar auf Ihrem Besen von Haus zu Haus fliegt, um das Jesuskindlein zu suchen und dabei Geschenke bringt. Die Geschenke werden auf der Fensterbank oder in die Schuhe gelegt.

Weihnachten in Kroatien

Auch das kroatische Weihnachten weist jede Menge traditioneller Bräuche auf. Obwohl sich die jeweiligen Traditionen in den verschiedenen Gebieten Kroatiens unterscheiden, haben alle einen Brauch gemeinsam: den Weihnachtsweizen.

Weihnachtsweizen statt Adventskranz

Eine Schale mit Weizenkörnersprossen und dem Weihnachtslicht– diese fungiert in einer ähnlichen Rolle wie der Adventkranz in Österreich. Dazu werden am 13. Dezember, dem Tag der Hl. Lucia Weizenkörner gesammelt und zum Reifen in eine Schale mit Wasser gelegt. Bis zum Heiligen Weihnachtsfest sind die Samen herangereift und ummanteln das heilige Weihnachtslicht, das als Dekoration der Weihnachtstafel dient.

Kroatisches Weihnachtsbrauchtum

  • Am Heiligen Abend werden drei große Holzscheite ins Haus gebracht und in den Kamin gelegt. Sie gelten als Symbol der Heiligen Dreifaltigkeit. Mit der Glut dieser Scheite werden zur Segnung alle Kerzen im Haus angezündet.
  • Auf Grund eines noch älteren Brauchs wird Stroh in das Haus gebracht und auf dem Boden ausgebreitet sowie auf den Tisch gelegt. Nach dem Abendessen setzen sich die Hausbewohner gemeinsam ins Stroh bis es Zeit für die Heilige Messe war. Einige der Ähren wurden u.a. für Kränze und Gebinde verwendet.
  • Auch in Kroatien werden handgemachte Weihnachts-Krippen aufgestellt. Früher wurden die Krippen aus Gips gemacht, heutzutage werden Krippen aus Karton unter den Weihnachtsbaum gestellt und im Haus sowie in der Kirche finden sich hölzerne oder tönerne Krippen. Zudem galt traditionell die Größe der Krippe als eine Frage der Ehre.

Schmausen & Schenken

Am Heiligen Abend wird in Kroatien traditionell gefastet und um Mitternacht zur Heiligen Messe gegangen. Auch am 25. Dezember findet noch einmal, schon um 5 Uhr morgens, eine Heilige Messe statt. Erst danach wird ein reichhaltiges Festmahl zubereitet: Als traditionelles Weihnachtsessen wird meist getrockneter Kabeljau, Truthahn und anderes Geflügel sowie Sarma – mit Hackfleisch gefüllte Kohlblätter – serviert.

Die Geschenkbräuche beginnen in Kroatien bereits am Nikolaustag, dem 6. Dez. und am Tag der Hl. Lucia, dem 13. Dez. An Letzerem gehen die Kinder in ein weißes Laken gehüllt von Haus zu Haus und erhalten kleine Geschenke, wie Feigen, Mandeln, Nüsse oder Äpfel…

Im heutigen Kroatien hat sich auch der Krampus-Brauch durchgesetzt. Früher fanden die ungezogenen Kinder unter ihrem Kopfkissen eine Rute vor, die sie ermahnen sollte, sich in Zukunft besser zu verhalten. Die Weihnachtsgeschenke werden gemeinsam mit den Kindern eingepackt und unter den gemeinsam geschmückten Weihnachtsbaum gelegt.

Weihnachten in England

In England bringt Father Christmas die Geschenke, der in der Nacht auf den 25. Dezember in die Häuser kommt. Für ihn werden am Vorabend Socken für die Geschenke aufgehängt. Am Weihnachtstag wird im bunt geschmückten Heim traditionell bei Plumpudding, einer Art klebrigem Früchtekuchen ähnlich dem Früchtebrot, und Truthahn gefeiert. Viel Spaß bereiten außerdem die Christmas Crackers, Bonbons, die an den Enden von zwei Personen auseinandergezogen werden. Wer danach die größere Hälfte in der Hand hält, darf den Inhalt des Bonbons behalten. Darin verbergen sich Papierhüte, Sprüche, kleine Figuren oder Spielzeug. Am 25. Dezember gegen 15 Uhr versammeln sich Familien traditionell vor dem Fernseher, um die Weihnachtsansprache der Queen an den Commonwealth anzuschauen und anzuhören.

Weihnachten in Island

Etwas weiter nördlich ist Weihnachten vor allem ein Fest der Lichter, um das spärliche Sonnenlicht zu kompensieren. Häuser, Gärten, Geschäfte und Gräber werden mit Lampen oder Kerzen geschmückt. Auf Weihnachtsbäume müssen Isländer zumeist verzichten, da auf der Insel kaum Bäume zu bekommen, außer, man pflanzt sie selbst. Zu Weihnachten kommen viele geräucherte Speisen, wie Lamm, Schwein oder Fisch auf den Tisch, ebenfalls typisch ist ein in Öl gebackenes Weihnachtsgebäck. In der Nachspeise, traditionell Milchreis, wird eine Mandel versteckt. Wer sie findet, darf sich über ein zusätzliches Geschenk freuen. Die Gaben bringen übrigens die 13 Weihnachtskerle, die früher der Geschichte nach nur Schabernack im Sinn hatten und die passenden Namen dazu tragen, wie Kerzenschnorrer oder Wurststibitzer. In Island weiß man aber auch, dass man sich vor der Weihnachtskatze in Acht nehmen sollte, die faule Menschen auffrisst, die nicht die ganze Wolle des Vorjahres verarbeitet haben.

Weihnachten mit den Kinderhotels Europa

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