Schlafprobleme bei Kindern

Was tun bei Albtraum, Nachtschreck & Co.?

Nicht einmal die Lieblingsgeschichte wirkt und sobald das Buch zugeklappt ist, verfliegt die Müdigkeit Ihres Kindes wieder? Zu aller erst: Machen Sie sich nicht zu viele Sorgen – selbst Erwachsene haben Einschlafprobleme und warum sollte es Kindern, die jeden Tag mit dermaßen viel Neuem konfrontiert sind, anders gehen? Aber auch andere Probleme können sowohl Kindern als auch deren Eltern ziemlich zusetzen.

Schlafprobleme können Kinder und Eltern gleichermaßen belasten. Für das Kind bedeutet es teils, am nächsten Tag nicht ausgeglichen zu sein und hyperaktiv oder schläfrig zu wirken, so paradox es auch klingt. Eltern geben sich oftmals die Schuld und werden von Fragen zermürbt. Viele Kinder haben Schlafprobleme und in den allermeisten Fällen, treten diese vereinzelt auf oder als kurze und normale Phasen der Entwicklung. Etwas unternehmen sollte man daher auch erst, wenn es chronisch wird oder andere Probleme daraus entstehen.

Einschlafprobleme

Wohl das häufigste aller Schlafprobleme und nicht nur bei Kindern. Die Ursachen können vielseitig sein und von zu wenig körperlicher Auslastung bis hin zu tiefen emotionalen Problemen reichen. Aber es gibt auch Möglichkeiten, diesen entgegenzuwirken. Wichtig ist zum Beispiel eine feste Einschlafzeit, damit sich das Kind daran gewöhnt und automatisch müde wird, wenn es so weit ist. Aber auch Rituale können helfen, die dann über eine gewisse Zeit mit Müdigkeit verknüpft werden.

Albträume

Albträume können sehr belastend sein und es gibt wohl nur sehr wenige Personen, die es noch nicht selbst durchmachen mussten. Das Unterbewusstsein baut sich im Schlaf seine eigene Welt zusammen und das ist kaum zu verhindern. Allerdings gibt es Mittel gegen Albträume. Zum Beispiel hilft es, wenn Sie Ihr Kind genau erzählen lassen, was es gesehen oder erlebt hat. Was passiert ist und wie es sich dabei gefühlt hat. Die Konfrontation ist zwar teils schmerzhaft für das Kind, hilft aber nachhaltig dabei, dem Albtraum seinen Schrecken zu nehmen und ihn nicht zu wiederholen.

Nachtschreck

Der Nachtschreck wirkt fast, wie aus einem Horrorfilm und ist für manche Eltern auch wirklich der Horror. Dabei wacht das Kind nicht wirklich auf, sondern ist zwischen Wachsein und Schlafen gefangen. Es wirkt wach, setzt sich im Bett auf und scheint furchtbare Dinge durchzumachen. Allerdings kann es sich am nächsten Tag wahrscheinlich nicht mehr daran erinnern.

Der Nachtschreck kann von wenigen Minuten bis zu 40 Minuten dauern und ist für die Eltern meist schlimmer als für das Kind. Sie erkennen den Nachtschreck daran, dass Ihr Kind Sie nicht erkennt oder sogar zurückweist, wenn Sie es zu beruhigen versuchen. Es zeigt Symptome starker Angst. Versuchen Sie daher nicht, das Kind zu wecken, zu beruhigen oder zu umarmen. Stellen Sie stattdessen sicher, dass es sich nicht aus Versehen verletzen kann (Kanten vor allem am Kopfende, aus dem Bett fallen) und bleiben Sie bei ihm. Es hört so abrupt auf, wie es begonnen hat und das Kind wird sich am nächsten Tag nicht erinnern.

Schlafwandeln

Schlafwandeln ist schon etwas Seltsames. Genau wie beim Nachtschreck sind auch beim Somnambulismus nur manche Hirnregionen wach und befähigen zu komplexen Handlungen, ohne Erinnerungen am nächsten Morgen zu hinterlassen. Ihr Kind kann dabei das Bett und das Zimmer verlassen. Ebenso wie beim Nachtschreck ist es nicht empfohlen, das Kind zu wecken. Leiten Sie es sanft wieder in Richtung Bett und es wird sehr wahrscheinlich wieder einschlafen. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind manchmal schlafwandelt, vermindern Sie das Verletzungsrisiko. Räumen Sie Spielzeuge vom Boden, über die es stolpern könnte, und bringen Sie ein einfaches Gitter an Treppen an.

Was man tun kann

Bei vielen Problemen, die vor oder während des Schlafens auftreten, handelt es sich um Phasen, die wieder vorbeigehen. Wie anfangs erwähnt, lernt ein Kind jeden Tag viel Neues und kann diese Eindrücke nicht immer verarbeiten. Auch Stress in der Schule, Probleme mit den Freunden oder schwierige Situationen in der Familie können ausschlaggebend sein. Manche Probleme sind tatsächlich sogar auf falsche Ernährungoder ein bestimmtes Lebensmittel zurückzuführen. Pauschalisieren sollte man dies jedoch nicht.

  • Sorgen Sie dafür, dass die Schlafumgebung gut und angenehm ist. Ein paar Anregungen:
  • Sorgen Sie bereits vor dem Schlafengehen für eine ruhigere Atmosphäre. Lassen Sie Ihr Kind nicht zu viel Fernsehen vor dem Zubettgehen und achten Sie auf gesunde Ernährung und nicht zu viel Essen am Abend.
  • Minimieren Sie störende Lichtquellen wie Standby-Leuchten und Steckerleisten mit einem Anschalter. Wenn durch eine nahe Straße ständig Scheinwerferlicht ins Zimmer fällt, könnten Jalousien angedacht werden.
  • Fragen Sie Ihr Kind, ob es etwas gibt, das in der Nacht stört. Manche leisen Geräusche von Wasserboilern, Leitungen oder Kühlschränken treten vielleicht erst spät in der Nacht auf und werden von Ihnen als Eltern nie wahrgenommen.
  • Reden Sie mit Ihrem Kind und vermitteln Sie Ihrem Schatz das Gefühl, ehrlich sein zu können und nichts falsch zu machen. Viele Kinder haben Angst davor, diese Probleme anzusprechen, da sie das Gefühl haben, etwas falsch zu machen oder geschimpft zu bekommen. Nehmen Sie den Kindern diese Angst und gehen Sie die Vorfälle gemeinsam an. Sollten Sie wirklich nicht mehr weiterwissen, kann eine außenstehende Person oder ein/e KinderpsychologIn helfen.

Sollten Sie sich selbst als Familie und Ihren Kindern einmal wieder eine wichtige Auszeit gönnen wollen, dann sind Sie mit den Kinderhotels bestens beraten. Andere Betten, andere Aktivitäten, eine andere Umgebung und perfekte Familienangebote erwarten Sie.

Foto: wikicommons

 

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