Märchenstunde mit den Kindern

Wie Märchen in der Entwicklung helfen

Märchen zählen ohne Zweifel zu den ersten literarischen Erfahrungen im Leben. Wer kann sich nicht daran erinnern, als Kind an Mutti, Vati oder Omi geschmiegt mit gespitzten Ohren den vorgelesenen Märchen gelauscht zu haben? Es hat schon gute Gründe, warum Märchen nie ihre Zeitlosigkeit verlieren und nicht aufhören, Kinder zu faszinieren. Geben Sie den Schatz der Geschichten an ihren Nachwuchs weiter – Stoff für viele gemütliche Märchenstunden mit den Kindern gibt es schließlich mehr als genug.

Märchen, Mythen und Sagen appellieren an Kinder deshalb so stark, weil sich diese Erzählungen eines magischen Verständnisses bedienen. Im Alter von ca. 3-6 Jahren sind Kinder noch mit einer so genannten magischen Weltsicht verhaftet. Da ein Kind in diesem Alter noch nicht die naturwissenschaftlich-technische Weltsicht eines Erwachsenen erlangt hat, kann es sich technische oder physikalische Abläufe und auch Naturereignisse nur durch geheimnisvolle, eben magische Kräfte erklären.

Zu dem natürlichen Interesse an märchenhaften Geschichten kommt außerdem, dass Märchen in vielerlei Hinsicht die kindliche Entwicklung positiv beeinflussen:

Warum Kinder Märchen brauchen

  • Märchen und ganz allgemein Geschichten haben sich über Jahrhunderte hinweg in allen Völkern entwickelt. Sie stellen die gebündelten Erfahrungen der Menschheit in Bezug auf Entwicklungen, Beziehungen und Entscheidungen dar, die das Leben des Einzelnen beeinflussen.
  • Märchen übersetzen wichtige Lebenssituationen und Bilder in Symbole oder Bilder, deren Bedeutung Kinder im Kindergartenalter mit feinem Gespür erkennen. Sie verstehen die Botschaft der Märchen ganz intuitiv.
  • Märchen bieten Helden und Heldinnen, mit denen sich Kinder identifizieren können.
  • Märchen zeigen Lösungsmöglichkeiten für Konfliktsituationen und problematische Entwicklungsschritte auf. So kann sich das Kind unbewusst mit einer möglichen Lösung auseinandersetzen, die ihm in seiner Entwicklung und bei der Bewältigung von Gefühlen wie Eifersucht, Angst oder Verlassenheit weiterhelfen.
  • Märchen regen die Fantasie an und fördern die sprachliche Entwicklung. Gerade in Zeiten von Playstation und Fernsehberieselung ist das von großer Wichtigkeit.
  • Märchen vermitteln traditionelle Werte, die immer Gültigkeit haben, wie Tapferkeit, Fleiß oder Geduld, die das Kind an seine eigenen Erfahrungen anpassen kann.

Grausamkeit in Märchen?

Als Erwachsener entsetzt man sich oft über die drastischen Strafen, die in Märchen dargestellt werden. Kinder allerdings haben damit gar keine Probleme, da es für sie nur gerecht ist, wenn die Bösewichte hart bestraft werden. Der Gegensatz Gut – Böse ist wichtig zur Orientierung und zur Überwindung von Ängsten. Märchen verleihen mit der Darstellung des Bösen inneren Ängsten des Kindes Gestalt und weisen durch ihre klare Struktur einen für das Kinderdenken nachvollziehbaren Ausweg aus diesen Ängsten: am Ende siegt immer das Gute.

Für kleinere Kinder empfehlen sich hochwertige Bilderbücher, die die Märchen zusammenfassen und zeichnerisch erklären, ohne sie zu verfälschen. Später eignen sich illustrierte Ausgaben der Original-Märchen. Grimms Märchen sollten ohnehin in keinem Bücherregal fehlen.

Viele magische Märchenabende wünscht Ihnen das Team der Kinderhotels Europa!

Foto: wikipedia

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