Kinder packen aus.
Die Kinderhotels in Kinderaugen.
Gerlinde Heil
Gerade schwierig ist es ja nicht, Interviewpartner zwischen 4 und 12 zu ein paar Sätzen über die Kinderhotels zu finden! Dann irgendwann, da möchte jedes Kind hin – und wenn es einmal dort war, dann erinnert es sich auch daran!
Gudrun ist jetzt 10 und hat schon eine lange Kinderhotels-Karriere hinter sich. Kunststück: Sie ist meine Tochter. Und wann fahren wir schon anderswo hin?
„Ich hab noch ein Bild von meinem ersten Urlaub im Babyhotel, da war ich fünf: Groß wars dort, riesig. Und niemand hat geschimpft. Und ein eigenes Zimmer hab ich gehabt. Aber seit ich größer bin, fahren wir an den Appelhof. dort gibt es die Abenteuerschule, da kann man klettern und richtig arge Sachen machen, zum Beispiel auf einem Seil über den Teich rutschen. Ich nehme immer viele Freundinnen mit, weil im Kinderzimmer Platz für fünf Kinder ist. Zu Pfingsten habe ich den Salto rückwärts am Trampolin gelernt! Und am Abend, da grillen wir Würstel am Lagerfeuer. Manchmal brauchen wir beim Nach hause fahren auch einen Extratasche, weil ich so viel gebastelt habe …”
Gudruns Bruder Gernot ist 7 und hat aus so einiges beizutragen: „Im Babyhotel hab ich immer so schön im Wasser gespielt. Und eine eigene Kinderdusche haben die dort auch! Einmal ist mir beim Essen ein Teller runtergefallen. Mit Spaghetti drauf. Aber da ist dann eine Frau gekommen, hat gesagt, ich soll nicht weinen, hat alles weggewischt und mir neue Spaghetti gebracht. Mit viel roter Soße. Am Appelhof mag ich am liebsten, dass der Milan dort wohnt. Der schreibt Kinderbücher und liest immer daraus vor.”
Mimi kommt aus Wiesbaden – sie ist jetzt 8 Jahre alt und immer noch beeindruckt von ihrem ersten Urlaub in Ginas Hotel: „In Österreich lernen alle Kinder Ski fahren. Ich wollte das auch. Wir fuhren ins Kinderhotel. so viel Schnee war da! Und lauter Kinder, die alle Ski fahren lernten. In einer eigenen Skischule, nur für uns. Ich hatte ein bisschen Angst, weil es so rutschig war und weil es manchmal schnell ging. Dann setzte ich lieber in den Schnee. Am letzten Tag gab es ein Rennen mit einer Stoppuhr. Direkt vor dem Ziel fiel ich hin. Aber ich stand gleich wieder auf und fuhr weiter. Mein Papa gratulierte mir: Ich war trotzdem Zweite geworden und bekam eine echte Medaille! Weil das so schön war, fuhren wir im Sommer wieder hin. Das war ganz komisch, gar kein Schnee lag da. Aber dafür hatten wir vier Pools. Ich ging immer nacheinander in jedes. Und ich lernte richtig tauchen mit Taucheranzug und so! Und ich fand gleich am ersten Tag eine beste Freundin. Sie durfte dann eine Nacht in meinem Zimmer schlafen. Sie kommt heuer wieder zur gleichen Zeit wie wir in Ginas Hotel. Dann machen wir noch einen Tauchkurs. Ich freue mich schon so!”
Mit sechs Jahren schon auf einer Bühne stehen – ganz schön mutig! Luca hat sich getraut und im Zirkushotel Urbani das Zaubern gelernt. „Ich habe ganz richtig gezaubert! Das war sehr schwierig. Man muss die Finger richtig halten und man muss auch lernen, wie man sich schminkt. Und dann muss man aufpassen, dass die Eltern nicht sehen, wie der Trick funktioniert. Ich habe das mit dem Knopf am Anfang gar nicht gekonnt, erst als ich sehr lang geübt habe. Aber ich darf dir sowieso nicht verraten wie das funktioniert, denn das ist ein Geheimnis! Am Ende vom Urlaub haben wir dann eine Vorstellung gemacht. Und weil ich so gut war, habe ich das Kunststück mit dem Knopf vorgeführt. Weißt du, meine Eltern haben nicht herausgekriegt wie es geht!”
Linda ist Kuschlerin. Schon als Baby mochte sie's gern gemütlich und jetzt, als großes Mädchen von fünf Jahren, ist sie immer noch keine Draufgängerin geworden – aber das muss man im Kinderhotel Habachklause auch gar nicht sein! „Ich bin mit meinen Mama spazieren gegangen. Da war ein Schuppen. Daneben waren ganz kleine Katzenbabys. Ihre Mama war auch dabei. sie haben mit einem Steckerl gespielt. Das Kätzchen mit den schwarzen Ohren war lieb. Da kam ein Mann. Er setzte mir die Katze auf den Schoß. Sie war ganz weich und warm und schnupperte. Ich gab ihr den Namen Petra und ging sie jeden Tag besuchen und streicheln.”
Kinderhotels sind für Kinder da.
Egal ob Bergfex, Abenteurer, Bücherfan, Zauberkünstler, Wasserratte oder Kuschelkönig: Kinder dürfen das. Und die Eltern? Die mögen es auch.